Die TV-Konkurrenz Nummer 1: Alexander Schulz-Heyn im Interview mit Themen+Frequenzen

Die TV-Konkurrenz Nummer 1: Alexander Schulz-Heyn im Interview mit Themen+Frequenzen

Die Zeiten, als man am Fernseher nur die Sender und die Lautstärke verändern konnte, sind Geschichte. IPTV macht den Rezipienten zum Programmchef, der selbst entscheidet, was er wann, wie und wo sehen will.

Das Interview finden Sie unter

http://www.slm-online.de/psk/slmo/dokukategorien/dokumanagement/psfile/docfile/14/T_F_0210_N4bd5864bb18c2.pdf

Unser Fernseher – götzenähnlich ist das TV-Gerät in Millionen deutschen Haushalten in der Mitte des Wohnzimmers positioniert. Über Jahrzehnte gab es teils erbitterte Kämpfe um das abendliche Fernsehprogramm. Aber das Urgestein der Unterhaltung und seine Medienmacher haben Konkurrenz bekommen, von einem inzwischen nicht mehr ganz so neuen Nachfolger – dem Internet.

Youtube und Co. locken vor allem die jüngere Generation weg von der Röhre. Dass das Internet mit seinen Web-TV-Angeboten eine ernstzunehmende Konkurrenz ist, haben auch die TV-Anbieter bemerkt. Deshalb begannen sie in gegnerische Sphären einzudringen: Laut dem Institut für Rundfunktechnik München verursachen professionelle TV-Medieninhalte inzwischen über die Hälfte des Datenverkehrs im Internet. Im Zuge dieser Entwicklung entstanden Begriffe wie „Internetfernsehen“ oder „Web-TV“. Häufig werden diese jedoch nicht präzise verwendet, und so herrscht immer noch

Unklarheit darüber, was IPTV, Web-TV und Internetfernsehen eigentlich sind. Das Zauberwort heißt Internet Protocol Television, kurz IPTV. Alexander Schulz-Heyn, Präsident des Deutschen IPTV Verbandes, erklärt, was sich hinter diesen vier Buchstaben verbirgt: ”IPTV ist ein Oberbegriff und meint die Übertragung von Bewegtbildern mit Hilfe der Datenübermittlung via Internet Protocol. Der IPTV Verband unterteilt IPTV in Secure IPTV und Web-TV.“ Eine Unterteilung, die oft für Verwirrung sorgt.

„Ich bin davon überzeugt, dass das herkömmliche Rundfunkfernsehen auf kurz oder lang keine Chance hat. Die Generation, die jetzt heranwächst, ist im Internet zuhause.“
Alexander Schulz-Heyn

„Web-TV und IPTV werden häufig getrennt von einander erklärt. Dies ist jedoch falsch. IPTV beinhaltet beide Formen, da es aus Software-, Inhalts- und Zuschauersicht qualitativ keinen Unterschied gibt“, erläutert der Präsident des IPTV Verbandes. Einen Unterschied gibt es lediglich in der Art des Netzwerkes. So ist Web-TV über das freie Internet für jeden zugänglich, während die Daten bei Secure IPTV in einem geschlossenen Netzwerk übermittelt werden, das von einem Telekommunikationsanbieter gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt und kontrolliert wird. Der größte Anbieter in Deutschland ist derzeit die Telekom. Diese bietet ihren Kunden rund 70 Sender, eine Online-Videothek und mehrere Zusatzangebote wie etwa Bundesliga-Pakete. Die Auswahl über den Anbieter ist groß, aber begrenzt. Dem gegenüber hat Web-TV klare Vorteile: ”Das freie Internet mit seinen unbeschränkten Möglichkeiten ist attraktiver für Nutzer, aufgrund der unendlichen Vielfalt und weil die Dienste größtenteils kostenfrei sind“, erklärt Schulz-Heyn. Kostenfrei – das ist auch zattoo.com, der größte Anbieter für Live-Web-TV in Europa. „Zattoo ist eine Plattform für Live-TV, auf der verschiedene Kanäle 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche abgespielt werden. Deutsche Nutzer haben hier unter anderem Zugriff auf das vollständige Programm von ARD, ZDF, DSF, DMAX und Das Vierte“, erklärt Nick Brambring, Regionalmanager und zuständig für den deutschen Markt bei zattoo.com.

„Zattoo will nicht das Hauptfernsehgerät ersetzen, sondern die Angebote für die immer stärker genutzten Zweitgeräte, wie PC oder iPhone, verfügbar machen.“
Nick Brambring

Wird der Computer zukünftig das Fernsehgerät ersetzen? „Nein“, meint Nick Brambring. „Web-TV wird das herkömmliche Fernsehprogramm nicht verdrängen“, ist sich Brambring sicher: „Zattoo will nicht das Hauptfernsehgerät ersetzen, sondern die Angebote für die immer stärker genutzten Zweitgeräte, wie PC oder iPhone, verfügbar machen.“ Dass IPTV lediglich eine Ergänzung darstellt, bezweifelt jedoch der Präsident des IPTV Verbandes: „Ich bin davon überzeugt, dass das herkömmliche Rundfunkfernsehen über kurz oder lang keine Chance hat. Die Generation die jetzt heranwächst, ist im Internet zu Hause. Herkömmliches Fernsehen wird künftig kaum noch genutzt.“ Auch ohne Glaskugel ist eines sicher: Mit IPTV hat eine neue Unterhaltungsära begonnen. Und die zunehmende Verschmelzung von Fernsehen und Internet, bis dato vorangetrieben von deutschen und französischen Fernsehanstalten, wird das herkömmliche Programm defintiv revolutionieren – und das nicht nur aus Sicht der Zuschauer.

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