DIPTV Cinema Berlin: Michael Ballhaus

DIPTV Cinema Berlin: Michael Ballhaus

Heute zum Thema: Kameraführung. Unter der Leitung von Joachim von Vietinghoff zeigt Ars Sacrow e.V. am 01.05.2010 um 19.30 Uhr den Film „Dear Mr. Wonderful“ von Peter Lilienthal. Als Gast hat er den Kameramann Michael Ballhaus gewinnen können.

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Die TV-Konkurrenz Nummer 1: Alexander Schulz-Heyn im Interview mit Themen+Frequenzen

Die TV-Konkurrenz Nummer 1: Alexander Schulz-Heyn im Interview mit Themen+Frequenzen

Die Zeiten, als man am Fernseher nur die Sender und die Lautstärke verändern konnte, sind Geschichte. IPTV macht den Rezipienten zum Programmchef, der selbst entscheidet, was er wann, wie und wo sehen will.

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Unser Fernseher – götzenähnlich ist das TV-Gerät in Millionen deutschen Haushalten in der Mitte des Wohnzimmers positioniert. Über Jahrzehnte gab es teils erbitterte Kämpfe um das abendliche Fernsehprogramm. Aber das Urgestein der Unterhaltung und seine Medienmacher haben Konkurrenz bekommen, von einem inzwischen nicht mehr ganz so neuen Nachfolger – dem Internet.

Youtube und Co. locken vor allem die jüngere Generation weg von der Röhre. Dass das Internet mit seinen Web-TV-Angeboten eine ernstzunehmende Konkurrenz ist, haben auch die TV-Anbieter bemerkt. Deshalb begannen sie in gegnerische Sphären einzudringen: Laut dem Institut für Rundfunktechnik München verursachen professionelle TV-Medieninhalte inzwischen über die Hälfte des Datenverkehrs im Internet. Im Zuge dieser Entwicklung entstanden Begriffe wie „Internetfernsehen“ oder „Web-TV“. Häufig werden diese jedoch nicht präzise verwendet, und so herrscht immer noch

Unklarheit darüber, was IPTV, Web-TV und Internetfernsehen eigentlich sind. Das Zauberwort heißt Internet Protocol Television, kurz IPTV. Alexander Schulz-Heyn, Präsident des Deutschen IPTV Verbandes, erklärt, was sich hinter diesen vier Buchstaben verbirgt: ”IPTV ist ein Oberbegriff und meint die Übertragung von Bewegtbildern mit Hilfe der Datenübermittlung via Internet Protocol. Der IPTV Verband unterteilt IPTV in Secure IPTV und Web-TV.“ Eine Unterteilung, die oft für Verwirrung sorgt.

„Ich bin davon überzeugt, dass das herkömmliche Rundfunkfernsehen auf kurz oder lang keine Chance hat. Die Generation, die jetzt heranwächst, ist im Internet zuhause.“
Alexander Schulz-Heyn

„Web-TV und IPTV werden häufig getrennt von einander erklärt. Dies ist jedoch falsch. IPTV beinhaltet beide Formen, da es aus Software-, Inhalts- und Zuschauersicht qualitativ keinen Unterschied gibt“, erläutert der Präsident des IPTV Verbandes. Einen Unterschied gibt es lediglich in der Art des Netzwerkes. So ist Web-TV über das freie Internet für jeden zugänglich, während die Daten bei Secure IPTV in einem geschlossenen Netzwerk übermittelt werden, das von einem Telekommunikationsanbieter gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt und kontrolliert wird. Der größte Anbieter in Deutschland ist derzeit die Telekom. Diese bietet ihren Kunden rund 70 Sender, eine Online-Videothek und mehrere Zusatzangebote wie etwa Bundesliga-Pakete. Die Auswahl über den Anbieter ist groß, aber begrenzt. Dem gegenüber hat Web-TV klare Vorteile: ”Das freie Internet mit seinen unbeschränkten Möglichkeiten ist attraktiver für Nutzer, aufgrund der unendlichen Vielfalt und weil die Dienste größtenteils kostenfrei sind“, erklärt Schulz-Heyn. Kostenfrei – das ist auch zattoo.com, der größte Anbieter für Live-Web-TV in Europa. „Zattoo ist eine Plattform für Live-TV, auf der verschiedene Kanäle 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche abgespielt werden. Deutsche Nutzer haben hier unter anderem Zugriff auf das vollständige Programm von ARD, ZDF, DSF, DMAX und Das Vierte“, erklärt Nick Brambring, Regionalmanager und zuständig für den deutschen Markt bei zattoo.com.

„Zattoo will nicht das Hauptfernsehgerät ersetzen, sondern die Angebote für die immer stärker genutzten Zweitgeräte, wie PC oder iPhone, verfügbar machen.“
Nick Brambring

Wird der Computer zukünftig das Fernsehgerät ersetzen? „Nein“, meint Nick Brambring. „Web-TV wird das herkömmliche Fernsehprogramm nicht verdrängen“, ist sich Brambring sicher: „Zattoo will nicht das Hauptfernsehgerät ersetzen, sondern die Angebote für die immer stärker genutzten Zweitgeräte, wie PC oder iPhone, verfügbar machen.“ Dass IPTV lediglich eine Ergänzung darstellt, bezweifelt jedoch der Präsident des IPTV Verbandes: „Ich bin davon überzeugt, dass das herkömmliche Rundfunkfernsehen über kurz oder lang keine Chance hat. Die Generation die jetzt heranwächst, ist im Internet zu Hause. Herkömmliches Fernsehen wird künftig kaum noch genutzt.“ Auch ohne Glaskugel ist eines sicher: Mit IPTV hat eine neue Unterhaltungsära begonnen. Und die zunehmende Verschmelzung von Fernsehen und Internet, bis dato vorangetrieben von deutschen und französischen Fernsehanstalten, wird das herkömmliche Programm defintiv revolutionieren – und das nicht nur aus Sicht der Zuschauer.

Web-TV bald kostenpflichtig? Alexander Schulz-Heyn im Interview mit Themen+Frequenzen

Web-TV bald kostenpflichtig? Alexander Schulz-Heyn im Interview mit Themen+Frequenzen

Web-TV wird mit seinen unzähligen Gratisangeboten immer attraktiver für Nutzer. Mit der Popularität steigen auch die Forderungen nach einer einheitlichen Gebühr.  Aber wie kann diese realisiert werden?

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Der Kunde ist König – und der König will unterhalten werden. Im Wettstreit um das attraktivste Angebot haben die Medienmacher einen neuen Markt entdeckt: Web-TV. Ob Nachrichten oder die letzte Folge von DSDS, wer möchte, kann sich alles im Internet anschauen, live oder auf Abruf. Und diese Dienste sind größtenteils kostenfrei für die Zuschauer. Aber ist es für die Anbieter überhaupt profitabel, alle Angebote gratis zur Verfügung zu stellen? Die Refinanzierung von Inhalten im herkömmlichen Rundfunk findet über Werbung, Pay-TV, Sponsoring oder Gebühren statt. Aber welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für Web-TV-Anbieter?

Alexander Schulz-Heyn, Präsident des Deutschen IPTV Verbandes, glaubt, dass ein allgemeingültiges Finanzierungsmodell unausweichlich ist: „Wir müssen darauf hinweisen, dass Inhalte wertvoll sind und auch bezahlt werden sollten.“ Dafür könnten, seiner Meinung nach, mehrere Lösungen in Betracht gezogen werden: „Man könnte einen Teil der GEZ verwenden, Kulturfördergelder heranziehen, die Telekommunikationsanbieter in die Pflicht nehmen oder sogar eine Art Kulturflatrate initiieren.“ Kulturflatrate meint in diesem Sinne eine Zwangszahlung aller Bürger, ähnlich der GEZ. Die Gelder könnten dann zur Förderung der Medienvielfalt und für die Gestaltung qualitativ hochwertiger Inhalte eingesetzt werden. Eine Finanzierung dieser Art würde vor allem kleinen und mittlständischen Web-TV-Anbietern zu Gute kommen.

Die Mediengruppe RTL schwört deshalb auf ihr eigenes Finanzierungssystem: ”Wir glauben an das werbefinanzierte und damit für Zuschauer kostenlose Angebot, flankiert von besonderen Services mit Mehrwert und exklusivem Content als Pay-Angebote“, erklärt Matthias Büchs, Bereichsleiter für Online, Mobile, Text und IPTV bei RTL interactive, die Philosophie von RTL. Seit Januar 2007 stellt die Mediengruppe RTL ihren Zuschauern auf rtl-now.rtl.de und voxnow.de große Teile der Programme der beiden Sender zur Verfügung – gratis, wie die Sendergruppe gerne betont.

„Über 90 Prozent der Video-on-Demand-Portale RTL Now und Vox Now sind werbefinanziert“, erklärt Matthias Büchs. 30 Tage stehen die Formate aus dem Tagesprogramm für die Zuschauer kostenlos bereit. Prime-Time-Formate können bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung im TV noch kostenfrei angeschaut werden. „Danach“, so Matthias Büchs „wandern die Formate ins Archiv und sind dort gegen Entgelt abrufbar.“ Zwischen 99 Cent und 2,99 Euro werden dann pro Abruf fällig. Ein profitables Konzept, das aufgeht, wie Büchs erklärt: ”Wir sehen hier einen deutlichen positiven Zuschauereffekt. Allein im Februar dieses Jahres konnten wir über 50 Millionen Abrufe professionell produzierter Videos erreichen. Die Zuschauer sind durchaus bereit, für exklusive Services und Inhalte zu bezahlen.“ Zahlungswillig sind Kunden aber nur in Ausnahmefällen. Die Zuschauer mit einer allgemeinen Kulturflatrate zu verpflichten, scheint daher wenig Erfolg versprechend. „Die Gratismentalität der Zuschauer ist durchaus ein großes Problem“, weiß auch Alexander Schulz-Heyn. Auch Matthias Büchs von RTL interactive warnt davor: „Man muss wenigstens jedem Einzelnen die Entscheidung darüber lassen, ob er die Angebote nutzen und bezahlen möchte.“

Die Verpflichtung zur Zahlung würde höchstwahrscheinlich einen gegenteiligen Effekt erzielen: nämlich die kostenfreie Bereitstellung von Web-Inhalten auf illegalem Weg. „Wir wollen die Zuschauer um keinen Preis in die Illegalität treiben“, versichert der Präsident des IPTV Verbandes „aber man muss einsehen, dass eine Kulturförderung gleich welcher Art notwendig ist, um die Qualität aufrecht zu erhalten.“

Neben dem Problem der Gratismentalität der Zuschauer gibt es noch eine weitere Schwierigkeit: die Medienunternehmen selbst. Denn bisher können die TV-Anbieter beliebig festlegen, welche Web-Formate kostenlos und welche gegen Entgelt verfügbar sind.

Mit der Einführung eines Finanzierungsmodelles würden die TVAnbieter nicht nur ihre Entscheidungskompetenz, sondern auch eine lukrative Einnahmequelle verlieren. Unbestritten birgt die Suche nach einem Finanzierungsmodell Konfliktpotenzial: Wer soll zahlen? Wofür sollen die Gelder eingesetzt werden und wie kann die Verteilung geregelt werden? Hitzige Debatten scheinen da unvermeidbar.